Kann die Pflegeperson (für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2–5) wegen Erholungsurlaub, Krankheit oder einem anderen Grund die Pflege vorübergehend nicht sicherstellen, beteiligt sich die Pflegeversicherung im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege an den Kosten der Ersatzpflege.

 

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Einzige Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt wurde.

 

Welche Möglichkeiten der Ersatzpflege bestehen?

Die Verhinderungspflege kann im häuslichen Bereich durch private Pflegepersonen und zugelassene Pflegedienste erbracht werden. Sie kann ebenfalls außerhalb der häuslichen Umgebung in Pflegeeinrichtungen erfolgen.

 

In welcher Höhe beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten?

Die entstandenen Kosten für private „Ersatz“-Pflegepersonen werden bis zu einem von der Pflegekasse festgesetzten Betrag erstattet, dazu ist zu beachten:

Wird die Verhinderungspflege durch Personen erbracht, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, werden die Kosten bis zur Höhe des Pflegegeldes des jeweiligen Pflegestufgrades übernommen. Werden zusätzlich Mehrkosten – zum Beispiel Fahrkosten oder Verdienstausfall – nachgewiesen, werden diese ebenfalls bis zu dem gesetzlich festgelegten Gesamtbetrag erstattet.

Wird die Pflege durch professionelle Ersatzpflegekräfte (Pflegedienst, Pflegeeinrichtung) sichergestellt, werden die entstandenen pflegebedingten Aufwendungen bis zum gesetzlich festgelegten Betrag für Sie übernommen, bzw. kann die Einrichtung die pflegebedingten Aufwendungen nicht gesondert ausweisen, werden 60 % der Gesamtkosten übernommen, bis zum gesetzlich festgelegtem Höchstbetrag.

Bei Behindertenfreizeiten können nur die pflegebedingten Aufwendungen erstattet werden. Ist eine Aufsplittung der Rechnung nicht möglich, werden 60 % des Rechnungsbetrages erstattet (z. B. bei Gruppenbetreuung).

Leistungen für Verhinderungspflege dürfen nur für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr bezahlt werden.

 

Was passiert in dieser Zeit mit meinem Pflegegeld?

Für die Zeit der Verhinderungspflege, mit Ausnahme des ersten und letzten Tages, wird das Pflegegeld zur Hälfte weitergezahlt.

 

Was ist die stundenweise Verhinderungspflege?

Von stundenweiser Verhinderungspflege wird gesprochen, wenn die Pflegeperson stundenweise verhindert ist und die Ersatzpflege an weniger als 8 Stunden täglich erbracht wird. In diesen Fällen wird das Pflegegeld für die Tage der stundenweisen Verhinderungspflege in voller Höhe weiter gezahlt. Dies gilt nicht, wenn die Pflegeperson beispielsweise wegen einem mehrtägigen Erholungsurlaub oder stationären Krankenhausaufenthalt verhindert ist.

 

Wie kann ich diese Leistung erhalten?

Es wird empfohlen, sich vor Beginn der Verhinderungspflege mit der Pflegekasse in Verbindung zu setzen, damit Sie detailliert beraten und über die Höhe der Leistungen informiert werden können. Meist muss ein Antrag gestellt werden.

 

 

 

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